Kontraktlogistikflaeche in Nürnberg
Objekt-Nr.: 9802
Warehousing (Lager mit Bewirtschaftung)
Deutschland
90403 Nürnberg
Preis auf Anfrage
Das logistische Herz Süddeutschlands im Deep-Dive

Objekt-Nr.: 9802
Warehousing (Lager mit Bewirtschaftung)
Deutschland
90403 Nürnberg
Preis auf Anfrage
» Das Güterverkehrszentrum (GVZ) Nürnberg: Das logistische Herz Süddeutschlands im Deep-Dive
» Allgemeine Beschreibung: Mehr als nur ein Gewerbegebiet
» Lage und geografische Relevanz: Das Tor nach Südosteuropa
» Wirtschaftliche Attraktivität: Kosten und Steuern im FokusKey Facts & Zusammenfassung
» Die Trimodalität: Wasser, Schiene und Straße im perfekten Takt
» Infrastruktur und technische Ausstattung
» Immobilienmarkt, Preise und Kostenstrukturen
» Wirtschaftliche Entwicklung & Top-Logistikregion: Warum Nürnberg boomt
» Angesiedelte Unternehmen und Branchenmix
» Arbeitskräfte und Fachkräftesituation
» Besonderheiten und Zukunftsausblick
» Fazit für Entscheider
Logistik ist der Blutkreislauf der Wirtschaft, und wenige Orte in Europa pumpen so kräftig wie das Güterverkehrszentrum (GVZ) im bayernhafen Nürnberg. Für Investoren, Logistikleiter und Standortplaner stellt sich oft die Frage: Was macht Nürnberg zu einem der "Big Five" Logistikstandorte in Deutschland? Ist es nur die zentrale Lage oder das Zusammenspiel komplexer infrastruktureller Faktoren?
Dieser Sachtext bietet eine vollständige Standortanalyse. Wir beleuchten nicht nur die Offensichtliches, sondern tauchen tief in die Daten, Kostenstrukturen und strategischen Vorteile dieses trimodalen Hubs ein.
Das GVZ Nürnberg ist nicht einfach eine Ansammlung von Lagerhallen; es ist identisch mit dem bayernhafen Nürnberg. Es gilt als das größte und bedeutendste Güterverkehrszentrum in Süddeutschland und zählt laut diversen Rankings (u.a. Deutsche GVZ-Gesellschaft, Fraunhofer SCS) konstant zu den Top-Platzierungen in Europa.
Auf einer Fläche von 337 Hektar (das entspricht ca. 470 Fußballfeldern) haben sich über 200 Unternehmen angesiedelt. Der Standort fungiert als klassische Drehscheibe für den Güterumschlag, aber auch als Zentrum für Recycling, Kontraktlogistik und Value-Added-Services. Die Besonderheit liegt in der gewachsenen Struktur: Hier trifft historische Handelskompetenz der Noris auf hochmoderne trimodale Technologie.
Warum ist die Unterscheidung wichtig? Viele GVZ liegen "auf der grünen Wiese". Das GVZ Nürnberg hingegen ist ein Binnenhafen, der organisch in die industrielle Infrastruktur der Metropolregion Nürnberg eingebettet ist. Das schafft Synergien, die reine "Autobahn-GVZ" oft nicht bieten können.
Die Frage "Warum Nürnberg?" lässt sich geographisch einfach, aber strategisch komplex beantworten. Nürnberg liegt im Schnittpunkt der wichtigsten europäischen Transportkorridore.
Die Lage dient als Gateway für Verkehre nach Österreich, Italien (über den Brenner), Tschechien und weiter nach Südosteuropa. Für Unternehmen bedeutet dies: Wer den Balkan oder Norditalien bedienen muss, kommt an Nürnberg kaum vorbei.
Hier die wichtigsten Fakten auf einen Blick für Eilige:
| Kategorie | Daten / Fakten |
| Gesamtfläche | 337 ha |
| Betreiber | Hafen Nürnberg-Roth GmbH (Teil der bayernhafen Gruppe) |
| Verkehrsträger | Trimodal: Schiff, Bahn, LKW |
| Gleisnetz | > 50 km |
| Containerterminal | Betrieben von TriCon, Kapazität für > 100.000 Einheiten |
| Gewerbesteuer | 447 v.H. (Stadt Nürnberg) |
| Mietpreisniveau | 5,50 € - 8,50 € / m² (stark abhängig von Objektart) |
| Fokus-Branchen | Transport, Recycling, Kontraktlogistik, Schwergut |

Ein entscheidendes Qualitätsmerkmal für ein modernes GVZ ist die Unabhängigkeit vom reinen LKW-Transport. Wie gut ist Nürnberg hier wirklich aufgestellt?
Nürnberg liegt am Main-Donau-Kanal (MDK). Dies ermöglicht den Transport von Massengütern (Düngemittel, Schrott, Baustoffe) und Schwergut von der Nordsee (via Rhein/Main) bis zum Schwarzen Meer.
Das GVZ verfügt über eine exzellente Schieneninfrastruktur, die von der Hafen Nürnberg-Roth GmbH betrieben wird.
Die "letzte Meile" und der Vorlauf erfolgen über die Straße. Das GVZ punktet durch direkte Anschlüsse ohne Ortsdurchfahrten:
Nur ca. 10–12 km Luftlinie entfernt liegt der Flughafen Nürnberg. Zwar ist das GVZ kein direkter "Airpark", aber die Nähe ermöglicht schnelle Ersatzteilversorgung und Express-Logistik. Der Flughafen ist ein wichtiges Hub für Nachtluftpost und Expressdienste in Süddeutschland.
Was bietet das Gelände konkret an Hard-Facts für den operativen Betrieb?
Dies ist der wohl kritischste Teil für Investoren und Mieter. Die Nachfrage in Nürnberg übersteigt das Angebot bei weitem.
In der Top-Logistikregion Nürnberg sind die Mieten in den letzten Jahren deutlich gestiegen.
Bodenrichtwerte im Hafengebiet sind hoch, da es sich um voll erschlossenes Industriegebiet (GI) handelt. Preise können – sofern überhaupt Grundstücke auf dem freien Markt verfügbar sind – zwischen 250 € und 400 € pro m² liegen, wobei viele Flächen im Erbbaurecht durch die Hafen Nürnberg-Roth GmbH vergeben werden, was die Liquidität für bautreibende Unternehmen schont, aber laufende Erbbauzinsen bedeutet.
Ein entscheidender Faktor für die Betriebskostenkalkulation ("Nebenkosten"), da die Grundsteuer in der Regel auf Mieter umgelegt wird. Aufgrund der bundesweiten Grundsteuerreform kam es hier 2025 zu signifikanten nominellen Änderungen.
Erklärung: Dieser Hebesatz wirkt auf den ersten Blick im Vergleich zum Jahr 2024 (555 v.H.) massiv erhöht. Dies ist jedoch eine direkte Folge der Grundsteuerreform in Bayern (Flächenmodell). Da die neuen Steuermessbeträge (die Basis der Berechnung) durch die Reform oft niedriger ausfielen, musste die Stadt den Hebesatz anheben, um das Gesamtaufkommen stabil zu halten ("Aufkommensneutralität").
Kontext für Investoren: Trotz der nominellen Erhöhung bleibt die tatsächliche Steuerlast für viele Logistikimmobilien oft vergleichbar zum Vorjahr, da in Bayern nun reine Flächenansätze gelten und der Wert der Immobilie (Ertragswert) keine Rolle mehr spielt.
Regionaler Vergleich: Zum Vergleich liegen Nachbarstädte wie Fürth (ca. 660 v.H.) oder Erlangen oft etwas niedriger.
Umlagefähigkeit: Die Grundsteuer ist als Betriebskostenposition vollständig auf gewerbliche Mieter umlegbar.
Dieser Satz liegt über dem bayerischen Landesdurchschnitt (oft ca. 330–380 v.H. im ländlichen Raum), ist aber typisch für eine Großstadt mit entsprechender Infrastruktur. Der Standortvorteil des GVZ (kurze Wege, Trimodalität) muss diese steuerliche Mehrbelastung operativ rechtfertigen.

Warum wird Nürnberg von der Fraunhofer Arbeitsgruppe für Supply Chain Services (SCS) regelmäßig als Top-Logistikregion klassifiziert?
Der Mix macht den Erfolg. Im GVZ Nürnberg finden wir eine "Logistik-Ökosystem".
Ist genug Personal vorhanden? Dies ist die Achillesferse fast aller deutschen Logistikstandorte, und Nürnberg bildet keine Ausnahme.
Was macht das GVZ Nürnberg einzigartig? Es ist die Symbiose aus Technologie und Nachhaltigkeit. Der bayernhafen setzt massiv auf "Green Logistics". Dazu gehören LNG-Tankstellen, Ladesäuleninfrastruktur für E-LKW und Projekte zur Nutzung von Wasserstoff. Ein weiteres Highlight ist die Schwergut-Kompetenz: Die Möglichkeit, 500 Tonnen schwere Transformatoren vom LKW auf das Binnenschiff zu verladen, ist in Süddeutschland rar gesät.
Zukunftsaussichten: Der Standort steht vor der Herausforderung der Flächenknappheit. Zukünftiges Wachstum wird primär "in die Höhe" (mehrstöckige Logistik) oder durch Effizienzsteigerung (Digitalisierung, Automatisierung im Terminal) stattfinden müssen. Wer sich hier ansiedeln will, muss schnell sein oder auf Bestandsübernahmen spekulieren.
Das GVZ Nürnberg ist mehr als ein regionaler Verteilerpunkt; es ist eine europäische Logistik-Drehscheibe. Die höheren Kosten (Mieten, Steuer) im Vergleich zum ländlichen Raum werden durch die massive Effizienz der trimodalen Anbindung und die Nähe zu Absatzmärkten und Industrie kompensiert. Für Unternehmen, die auf multimodale Transporte und schnelle Erreichbarkeit Süd- und Osteuropas angewiesen sind, ist Nürnberg "The Place to Be".
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