SKR AG, Beratungsunternehmen, Fokus auf Logistik, E-Commerce, Plattformstrategien und Restrukturierung, Rico Back Paket- und Logistikbranche

Europas Paketmarkt vor Konsolidierungswelle: Wachstum reicht nicht mehr

Luzern, 21. April 2026. Der europäische Paketlogistikmarkt steht vor einer neuen Konsolidierungsphase. Während das Sendungsvolumen in den meisten Märkten nur noch im niedrigen einstelligen Bereich pro Jahr wächst, steigen Kosten und Anforderungen an Infrastruktur und Effizienz deutlich. „Wachstum allein trägt die Geschäftsmodelle nicht mehr“, sagt Rico Back, Managing Partner der SKR Beteiligungs AG. „Der Wettbewerb entscheidet sich künftig über Skalierung, Netzwerkeffekte und Infrastruktur.“

Während der Pandemie verzeichneten viele Paketmärkte außergewöhnlich hohe, zweistellige Wachstumsraten. Nach 2022 hat sich diese Dynamik deutlich normalisiert. In Deutschland wächst der Paketmarkt nur noch moderat: Für 2025 rechnet der Branchenverband BPEX mit einem Anstieg der Sendungsmengen von rund zwei Prozent.

Das starke Volumenwachstum hatte steigende Kosten lange überdeckt. Mit der Normalisierung verändern sich nun die Wettbewerbsbedingungen grundlegend: Effizienz, Netzdichte und Reichweite rücken in den Mittelpunkt.

„Viele Anbieter merken jetzt, dass ihr Geschäftsmodell unter den neuen Marktbedingungen nicht mehr trägt“, sagt Rico Back. „Was im Umfeld starken Wachstums noch funktioniert hat, gerät jetzt unter Druck - weil steigende Kosten und höhere Anforderungen nicht mehr kompensiert werden können.“


M&A-Welle zeigt neue Marktlogik


Seit 2025 verdichten sich unterschiedliche Formen von Zusammenschlüssen - von Fusionen über Übernahmen bis hin zu Joint Ventures - zu einem klar erkennbaren Muster im europäischen Paketmarkt:

  • Evri fusioniert mit DHL eCommerce UK (Oktober 2025)
  • FedEx und Advent kündigen Einstieg bei InPost an (Februar 2026)
  • DHL eCommerce und CTT haben ein Joint Venture auf der Iberischen Halbinsel angekündigt (das Closing wird im Mai 2026 erwartet)

„Das sind keine Einzelfälle“, sagt Rico Back. „Viele Unternehmen konsolidieren derzeit, weil der Druck spürbar steigt. Größe wird damit zunehmend zur Voraussetzung für Profitabilität - nicht mehr zu deren Ergebnis.“


Warum sich der Markt jetzt konsolidiert


Mehrere Faktoren treiben die Konsolidierung voran. Der Aufbau von Infrastruktur wie Paketstationen, Hubs und automatisierten Netzwerken ist so kapitalintensiv, dass viele Anbieter ihn allein kaum noch finanzieren können. Gleichzeitig treiben regulatorische Anforderungen, Digitalisierung und die Umstellung von Flotten die Fixkosten nach oben - und machen Skaleneffekte zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

Zusätzlichen Druck erzeugen Plattformen wie Amazon, die ihre Zustellstrukturen weiter ausbauen und zunehmend Volumen selbst abwickeln. Parallel wächst das Sendungsvolumen durch neue E-Commerce-Plattformen wie Temu oder Shein - allerdings häufig zu deutlich geringeren Margen und mit höheren operativen Anforderungen. Für viele Anbieter steigt damit zwar das Volumen, nicht aber die Profitabilität.

„Ohne Größe lassen sich die steigenden Anforderungen an Infrastruktur, Technologie und Effizienz kaum noch wirtschaftlich abbilden“, sagt Rico Back. „Für viele Anbieter wird Skalierung damit zum entscheidenden Faktor, um wettbewerbsfähig zu bleiben.“


Anbieter ohne ausreichende Skalierung geraten unter Druck


Vor allem Anbieter ohne ausreichende Größe und Netzabdeckung geraten zunehmend in eine schwierige Position: Sie sind zu groß für spezialisierte Nischen, aber zu klein, um echte Skaleneffekte zu realisieren.

„Für viele dieser Anbieter stellt sich nicht mehr die Frage, ob sie wachsen wollen - sondern ob sie unter den aktuellen Bedingungen überhaupt noch wachsen können“, sagt Rico Back.

Weichen für die Marktstruktur werden jetzt gestellt

SKR geht davon aus, dass die Entwicklung erst am Anfang steht. Die kommenden Jahre dürften von weiteren Zusammenschlüssen, Übernahmen und strategischen Partnerschaften geprägt sein. „Unter Druck geraten vor allem Anbieter, die weder ausreichend skalieren noch sich klar im Markt positionieren können“, sagt Rico Back. „Am Ende werden sich die durchsetzen, die entweder Größe haben - oder ein klares Profil.“

 

Portraitfoto von Rico Back, Managing Partner der SKR AG (© SKR AG).

Portraitfoto von Rico Back, Managing Partner der SKR AG (© SKR AG).


Über die SKR AG


Die SKR AG mit Sitz in Luzern ist ein unabhängiges Beratungsunternehmen mit Fokus auf Logistik, E-Commerce, Plattformstrategien und Restrukturierung. Managing Partner Rico Back bringt über 30 Jahre internationale Erfahrung in der Paket- und Logistikbranche ein - unter anderem als CEO der Royal Mail Group und der GLS Group. Die SKR AG berät Industrie, Handel und Investoren bei strategischen Entscheidungen entlang der Lieferkette.

Weitere Informationen: skr-ag.com

Kontakt:
STROOMER PR | Concept GmbH, Rellinger Str. 64 a, 20257 Hamburg
Telefon: 040 / 85 31 33 0, E-Mail: Yvonne.Riede@stroomer.de

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