
Hochhubwagen im Lager
Inhaltsverzeichnis
- Der Hochhubwagen in der Lager- und Kontraktlogistik
- Was ist ein Hochhubwagen? (Definition)
- Technische Spezifikationen: Zahlen, Daten und Faktenr
- Der Einsatz in der Kontraktlogistik
- Anforderungen an die Logistikimmobilie und Lagerhalle
- Häufige Fragen und Antworten (Glossar & FAQ)
- Praxisnaher Nutzwert: Kaufkriterien für Ihr Lager
- Fazit: Effiziente Raumnutzung und Kostensenkung
Der Hochhubwagen in der Lager- und Kontraktlogistik
Die moderne Intralogistik erfordert Maschinen, die flexibel, wendig und leistungsstark sind. Ob in der schnelllebigen Kontraktlogistik oder beim Kommissionieren in einer klassischen Lagerhalle – Flurförderzeuge sind das Rückgrat des Materialflusses. In diesem Fachartikel beleuchten wir den Hochhubwagen (oft auch Deichselstapler genannt) bis ins kleinste Detail, liefern wichtige Kennzahlen und beantworten die drängendsten Fragen für Logistikentscheider.

Was ist ein Hochhubwagen? (Definition)
Ein Hochhubwagen ist ein motorbetriebenes Flurförderzeug, das primär über eine Deichsel geführt wird. Im Gegensatz zum Niederhubwagen, der Paletten lediglich bodenfrei anhebt, um sie zu transportieren, verfügt der Hochhubwagen über ein Hubgerüst (Mast). Dieses ermöglicht es, Lasten nicht nur horizontal zu bewegen, sondern sie auch vertikal in Regalsysteme ein- und auszulagern. Er kombiniert somit die Wendigkeit eines einfachen Handhubwagens mit den Stapeleigenschaften eines klassischen Gabelstaplers, jedoch ohne die Notwendigkeit einer ausladenden Fahrerkabine.
Technische Spezifikationen: Zahlen, Daten und Fakten
Für die präzise Planung in einer Logistikimmobilie sind verlässliche Kennzahlen entscheidend. Die folgenden Durchschnittswerte bieten eine Orientierung für handelsübliche, professionelle Hochhubwagen im industriellen Einsatz:
| Spezifikation | Typische Werte / Bandbreite |
| Tragfähigkeit | 1.000 kg bis 2.000 kg |
| Maximale Hubhöhe | 1.600 mm bis 5.500 mm (je nach Masttyp) |
| Arbeitsgangbreite (Ast) | ca. 2.100 mm bis 2.500 mm (für Europaletten) |
| Fahrgeschwindigkeit | 4 km/h bis 6 km/h (Mitgängerbetrieb) |
| Batterietechnologie | Blei-Säure (klassisch) oder Lithium-Ionen (modern) |
| Eigengewicht (inkl. Batterie) | 600 kg bis 1.500 kg |
Der Einsatz in der Kontraktlogistik
In der Kontraktlogistik wechseln Auftraggeber und Warensortimente häufig. Diese Volatilität verlangt nach höchster Flexibilität. Hochhubwagen sind hier die perfekten Allrounder. Sie sind in der Anschaffung (ca. 4.000 € bis 12.000 € je nach Ausstattung) deutlich günstiger als Schubmaststapler und benötigen weniger Platz.
Ein weiterer entscheidender Vorteil: Lithium-Ionen-Technologie. In der Kontraktlogistik wird oft im Mehrschichtbetrieb gearbeitet. Moderne Hochhubwagen mit Li-Ion-Akkus ermöglichen Zwischenladungen (Opportunity Charging) in den Pausen. Ein separates Batterieladezimmer, das wertvolle Quadratmeter in der Halle blockiert, gehört damit der Vergangenheit an.
Anforderungen an die Logistikimmobilie und Lagerhalle
Ein Flurförderzeug ist immer nur so gut wie die Infrastruktur, in der es operiert. Wenn Sie eine Logistikimmobilie planen oder anmieten, müssen für den optimalen Einsatz von Hochhubwagen folgende Aspekte beachtet werden:
- Bodenbeschaffenheit: Hochhubwagen haben aufgrund ihrer Polyurethan-Rollen eine geringere Bodenfreiheit als Frontstapler mit Superelastik-Reifen. Fugen, Schlaglöcher oder unebene Hallenböden (gemäß DIN 18202) mindern die Umschlagleistung und erhöhen den Verschleiß drastisch.
- Bodenbelastbarkeit: Auch wenn sie leichter sind als Gegengewichtsstapler, konzentriert sich das Gewicht (Fahrzeug + maximale Last von z. B. 2 Tonnen) auf kleine Rollen. Die Punktbelastung des Hallenbodens muss im Vorfeld statisch geprüft werden.
- Regalanlagen und Arbeitsgangbreiten: Der sogenannte Ast-Wert (Arbeitsgangbreite) bestimmt, wie weit die Regale auseinanderstehen müssen, damit der Hochhubwagen eine 90-Grad-Drehung zum Einlagern durchführen kann. Gegenüber klassischen Staplern sparen Sie mit einem Hochhubwagen oft 30 bis 50 cm Gangbreite ein – das bedeutet mehr Regalreihen und eine höhere Raumnutzung pro Quadratmeter.
Häufige Fragen und Antworten (Glossar & FAQ)
Frage: Was ist der Unterschied zwischen Simplex-, Duplex- und Triplex-Mast?
Antwort: Das Hubgerüst bestimmt die maximale Hubhöhe und die Bauhöhe des Geräts.
- Simplex: Einfacher Mast, meist bis ca. 1,60 m Hubhöhe.
- Duplex: Zweifach-Mast, ermöglicht Hubhöhen bis ca. 3,50 m.
- Triplex: Dreifach-Mast, erreicht bis zu 5,50 m und bietet oft einen hohen Freihub (die Gabeln heben sich, ohne dass der Mast sofort ausfährt – ideal für niedrige Decken oder Container).
Frage: Was bedeutet "Initialhub" und wann brauche ich ihn?
Antwort: Hochhubwagen mit Initialhub können die Radarme zusätzlich anheben. Dies erhöht die Bodenfreiheit. Das ist zwingend erforderlich, wenn in der Logistikimmobilie Rampen, unebene Ladebrücken oder starke Schwellen befahren werden müssen. Zudem können Geräte mit Initialhub zwei Paletten gleichzeitig transportieren (eine auf den Radarmen, eine auf den Gabeln).
Frage: Wird ein Staplerschein für die Bedienung benötigt?
Antwort: Für reine Mitgänger-Flurförderzeuge (der Bediener läuft nebenher) ist in Deutschland nach Vorgaben der DGUV im Regelfall kein formaler Gabelstaplerschein (Fahrausweis für Flurförderzeuge) gesetzlich zwingend. Allerdings ist eine fundierte, dokumentierte jährliche Unterweisung Pflicht. Sobald der Hochhubwagen über eine ausklappbare Fahrerstandplattform verfügt (Mitfahrerbetrieb), ist der Staplerschein zwingend erforderlich.
Praxisnaher Nutzwert: Kaufkriterien für Ihr Lager
Bevor Sie in einen Hochhubwagen für Ihre Halle investieren, prüfen Sie folgende Checkliste:
- Ladehilfsmittel: Bewegen Sie offene Paletten (Europaletten) oder geschlossene (z.B. CHEP-Paletten)? Bei geschlossenen Paletten benötigen Sie einen Breitspur-Hochhubwagen, da die Radarme sonst die Palette zerstören würden.
- Einsatzdauer: Wird das Gerät nur 1-2 Stunden am Tag genutzt (Blei-Gel oder AGM-Batterie reicht) oder im harten 3-Schicht-Betrieb (Li-Ion ist Pflicht)?
- Hubhöhen-Match: Messen Sie die oberste Traverse Ihres Regalsystems exakt aus und addieren Sie 200 mm Sicherheitsabstand zum Herausheben der Palette. Dies ist Ihre minimal benötigte Hubhöhe.

Fazit: Effiziente Raumnutzung und Kostensenkung
Der Hochhubwagen ist das ideale Einstiegs- und Ergänzungsgerät für die professionelle Lagerlogistik. Er schließt die Lücke zwischen dem einfachen Palettentransport und der hochkomplexen Schmalgangtechnik. Wer die baulichen Gegebenheiten seiner Logistikimmobilie – vom Bodenprofil bis zur Arbeitsgangbreite – genau kennt, kann durch den gezielten Einsatz von Deichselstaplern die Umschlagleistung maximieren und gleichzeitig die Total Cost of Ownership (TCO) in der Intralogistik signifikant senken.

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