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Lager der Woche

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Auftragsbearbeitung mit Datenbrille - Innovatives Kommissioniersystem von CINRAM

Logo - CINRAM

 

 

 

 

 

 

 

 

Scanner mit Blickkontakt
 

 
Der Kommissionierer erhält relevante Informationen über das Display der Brille. Per Lichtsteuerung wird ihm angezeigt, in welche Kartons er kommissionieren muss.(Fotos: Cinram)


28. September 2015 | von Robert Kümmerlen
 
Der Logistiker und Medienhersteller Cinram hat ein eigenes Kommissioniersystem entwickelt. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus Pickfahrzeug sowie den Techniken Pick-by-Vision und Put-to-Light. Seit Anfang dieses Jahres ist das System in dem Unternehmen in der Probephase. Nun will man es auch an Dritte vermarkten. Die Lösung stellte Michael Schweinsberg, verantwortlich für die Vermarktung nicht medialer Produkte, kürzlich auf dem Osnabrücker Logistiktag vor.


Das Unternehmen Cinram hat sich in den vergangenen Jahren vom reinen Vervielfältiger von CDs und DVDs zum Logistikdienstleister gewandelt. Grund sind die Marktverschiebungen im Bereich Tonträger mit rückläufigen Verkaufszahlen durch die sich stark verbreitenden Streaming-Angebote. Zugleich werden die Aufträge im B2C-Bereich durch den Onlinehandel im kleiner, wodurch sich die Anforderungen an die Kommissionierung ändern. „Alles muss schneller werden, Kunden erwarten die Lieferung am nächsten Tag nach der Bestellung, dadurch werden die Cut-off-Zeiten immer kürzer“, nennt Schweinsberg die wesentlichen Folgen.


Aber auch der Handel bestellt immer häufiger kleine Mengen, denn es gibt kaum noch Filialen, die einen Lagerbestand und die damit einhergehende Kapitalbindung aufbauen wollen. Dennoch muss ein großes Angebot unterschiedlicher Artikel bei gleichbleibender Verkaufsfläche immer verfügbar sein. Dies lässt sich mit Abverkaufsdaten aus der Kasse mittlerweile gut steuern. Der Einzelhandel erwartet daher ebenso wie die Privathaushalte eine Belieferung über Nacht. Darüber hinaus müssen sich Retouren schnell verarbeiten lassen, denn der Kunde will umgehend sein Geld zurück, und der Händler muss die Ware wieder verkaufsbereit haben.


Das Beste aus zwei Welten
„Um dies abbilden zu können, ist einerseits eine veränderte IT-Landschaft notwendig, und andererseits muss man in der Kommissionierung anders aufgestellt sein“, ist Schweinsbergs Erfahrung. Bei Cinram reichten die herkömmlichen Kommissioniersysteme wie Pick-by-Voice oder Pick-by-Light jedenfalls nicht mehr aus, um den Anforderungen zu genügen.


Also entwickelte man ein eigenes System. Dafür wollte man, wie Schweinsberg es nennt, „das Beste aus zwei Welten kombinieren“. Herausgekommen ist die Nutzung einer Datenbrille, die Pick-by-Vision ermöglicht, in Kombination mit einem Pickwagen, bei Cinram Pick Cart genannt. Er verfügt über fünf Leichtlaufrollen, so dass der Picker ihn bequem durch das Lager fahren kann. Auf diesen Wagen wiederum wird nach der Methode Put-to-Light die Ware in die richtigen Kartons gelegt.

 
Der Wagen bietet Platz für 32 Fächer, in die typische, kleine Versandmengen kommissioniert werden können. Die Brille stellt die Kommunikation zwischen dem Lagerverwaltungssystem und dem Picker her. Mit der Funktion „Confirmation Order“ gelangen alle Auftragsdaten auf das Pick Cart. Dann wird der erste Pickplatz angezeigt. Der Lagerarbeiter nimmt eine bestimmte Menge eines Artikels aus dem Regal. Die Informationen werden ihm in der Datenbrille angezeigt. Er berührt die Brille seitlich am Bügel, wo sich ein Touchpad befindet. Dadurch wird die Brille – Modell Google Glass – für das Scanning aktiviert. Den integrierten Scanner muss der Kommissionierer durch die richtige Kopfhaltung auf den Artikel richten.

Gleichzeitige Bestandskontrolle
Mit den entnommenen Artikeln geht er zum Pick Cart. Darauf hat jedes Fach, in dem ein Versandkarton steht, ein Display. Es zeigt an, wo und wie viele der entnommenen Artikel in die Kartons zu legen sind. Die Aufträge sind vorsortiert, so dass für jeden der am besten geeignete Karton zur Verfügung steht, auf dem sich bereits das Auftragslabel befindet. Nachdem der Kommissionierer die Artikel in die Kartons gelegt hat, bestätigt er den Arbeitsvorgang. In diesem Auftragsprozess ist auch eine gleichzeitige Bestandskontrolle möglich.

 Diese Art der Kommissionierung hat nach Angaben von Schweinsberg zu einer Effektivitätssteigerung von 40 Prozent geführt, die dadurch zustande kommt, dass der Mitarbeiter eine geringere Wegstrecke laufen muss. „Es ging darum, den Mitarbeiter zu entlasten, aber dennoch seine Effektivität zu steigern“, sagt Schweinsberg. Man befinde sich zwar noch in der Anfangsphase, doch das System erfreue sich bei den Mitarbeitern großer Beliebtheit. Sieben bis acht Pick Carts seien ständig im Einsatz. Die Pickleistung im Detail, also wie viele Artikel sich durchschnittlich in einen Pickwagen mit 32 Versandkartons kommissionieren lassen, hat das Unternehmen noch nicht ermittelt.


Die Vorteile einer Kombination mit Pick-by-Vision liegen Schweinsberg zufolge in einer hohen Pickgeschwindigkeit bei gleichzeitig hoher Genauigkeit, so dass nachfolgende Kontrollschritte entfallen können. Zudem hat der Kommissionierer die Hände frei und bekommt relevante Informationen über das Display in der Brille angezeigt. Die Kosten sind laut Schweinsberg im Vergleich zu lichtgesteuerter Kommissionierung gering.


Award soll bei Vermarktung helfen
Bleibt noch die Frage nach dem Tragekomfort der Datenbrille. Cinram verwendet in seinem System eine Google Glass. Das Gestell wiegt ohne Gläser 54 Gramm. Es lassen sich Korrekturgläser in der Sehstärke des Kommissionierers einsetzen. Alternativ kann das Gestell auch über eine Brille aufgesetzt werden. Eine Sichtbeeinträchtigung, die im Lager zur Gefährdung des Kommissionierers führen könnte, gebe es nicht, versichert Schweinsberg.


Ebenso sei die Belastung durch elektromagnetische Strahlung zu vernachlässigen. Lediglich im Bereich des Akkus am Bügel könne es etwas warm werden. Die Wärmeentwicklung sei aber nicht vergleichbar mit der eines Mobiltelefons.


Cinram will seine Entwicklung nun offensiv vermarkten. Der nächste Schritt dahin soll eine Auszeichnung sein. Für den Supply Chain Excellence Award, der im November in London vergeben wird, ist das System schon auf der Shortlist.